///// Er verwirrt die Male; er führt durch die Windungen Mannigfaltigster Wege die Augen in schwankende Irrungen.Wie bei dem phrygischen Fluss Maeander; er spielt mit den klaren Wellen, er strömt in zweifelndem Gleiten bald rückwärts, bald vorwärts; Sich begegnend, betrachtend er selbst die kommenden Wellen; Bald zu den Quellen und bald zum offenen Meere gewendet, Treibt er die schwankenden Wasser; so füllte er Künstler mit Wirrnis All die unzähligen Wege; kaum fand sich Daedalus selber bis zur Schwelle zurück; so gross war die Täuschung des Bauwerks; Ovid, Metamorphosen, 8 n. Chr. ///// Es gibt keinen Unterschied zwischen dem, wovon ein Buch handelt, und der Art, in der es gemacht ist; 1000 Plateaus, Delleuze/Guattari, 1980 ///// The squats we used to party in Are flats we can't afford The dumps we did our dancing in Have all been restored Pints are up two quid The staff are beautiful and bored You think it's coming up 'round here? It's falling on its sword It don't feel like home no more I don't speak the lingo Since when was this a winery? It used to be the bingo I've walked these streets for all my life They know me like no other But the streets have changed I no longer feel them shudder; Perfect Coffee; Kea Tempest; 2016 ///// Ich glaube Zeit ist allumfassend, nicht aufzuhalten. Momento Mori und so. Wir vergehen, Zeit vergeht, nichts bleibt wie es ist. Das ist ja auch das spannende an Darstellung, man versucht einen Zustand festzuhalten, der nie mehr ist. Inzwischen haben wir es auf die Spitze getrieben, Geodaten, Maps werden teilweise in Echtzeit festgehalten, sind greifbar, zeigen aber immer das Vorhin. Wir sind Archivare unserer Wahrnehmung, wir sammeln, sortieren, verstauben; Fields; Yuliya Dmitrijewna Gaydamachenko; 2026 ///// “When Eve delved and Adam span, who was then the gentleman?” John Ball; 1381. ///// Planung hat keinen Anfang; wir steigen stets in einen laufenden Planungsprozess ein; Planung hat kein Ende; wir sollen nicht glauben, eine Planung werde ausgeführt, ein Bau werde fertig; Das Gebaute hat stets den Vorrang vor dem noch nicht Gebauten; Geplantes, das noch nicht gebaut wurde, kann als inexistent betrachtet werden; Entscheidungen, die nicht sogleich gefällt werden müssen, sollen aufgeschoben werden; Wer Planungsmassnahmen in “Ziele” und “Mittel” aufteilt, betrügt sich und andere; Es gibt keine Sachzwänge, infolgedessen auch keine unmöglichen Lösungen; Alternativen unterscheiden sich lediglich durch den Grad, wie stark sie Rahmenbedingungen verändern; Bauliches verändert das Leben nur im Verein mit organisatorischen Regeln. Organisatorische Veränderungen können Baumassnahmen überflüssig machen; Zeichen werden nur in dem Masse wahrgenommen, als sie mit der Nutzung und der gesellschaftlichen Kommunikation in Verbindung stehen. Die blosse Übernahme des Formenvorrates der modernen Architektur erzeugt Entfremdung; Nutzung, Kommunikation sind Abläufe in der Zeit. Bauten werden in dem Masse verständlicher, als sie Zeichen von Zeitabläufen und Nutzungsveränderungen tragen; Die Zeichen der Zeit, Lucius Burckhardt, 1973 ///// Der erste, der ein Stück Land eingezäunt hatte und dreist sagte: “Das ist mein” und so einfältig Leute fand, die das glaubten, wurde zum wahren Gründer der bürgerlichen Gesellschaft. Wieviele Verbrechen, Kriege, Morde, Leiden und Schrecken würde einer dem Menschengeschlecht erspart haben, hätte er die Pfähle herausgerissen oder den Graben zugeschüttet und seinesgleichen zugerufen: “Hört ja nicht auf diesen Betrüger. Ihr seid alle verloren, wenn ihr vergesst, dass die Früchte allen gehören und die Erde keinem; Abhandlung über den Ursprung und die Grundlagen der Ungleichheit unter den Menschen, Jean-Jacques Rousseau, 1755 /////